„Die Natur ist zur Sklavin erniedrigt, der ein Joch abstrakter Nutzungssysteme, das ihr völlig fremd ist, gewaltsam aufgezwängt, deren Leistungsfähigkeit ausgepresst wird bis auf den letzten Tropfen. Begradigte, zu Gräben umgewandelte Bäche, begradigte Waldgrenzen, schnurgerade, breite, unter Umständen steil bergansteigende Feldwege, nirgends mehr ein Hohlweg oder eine feuchte Stelle mit der ihr eigenen wilden Pflanzen- und Tierwelt in dem sorgsam geebneten Terrain, nirgends eine Hecke oder ein Busch am Ackerrand oder in der Wiese, wo ein Landmann, ein Wanderer rasten, ein Singvogel nisten könnte - das ist das trostlose Bild einer so zugerichteten Gegend.“ (Ernst Rudorff - Heimatschutz.
Bereits 1897 beschrieb Ernst Rudorf diese Veränderungen der Landschaft durch die Industrialisierung in seinem Werk „Heimatschutz“.Rudorff, Komponist und Musikpädagoge, gilt als der Begründer des institutionellen Naturschutzes in Deutschland. Es lässt sich nur erahnen, wie die Natur vor der Industrialisierung ausgesehen hat und welchem Wandel sie dann ausgesetzt war. Aus Natur- wurde Kulturlandschaft.
Es gibt in Deutschland so gut wie kein Fleckchen Erde mehr, das nicht vom Menschen berührt oder verändert wurde. Seit 1920 gibt es wieder die Besinnung, in der Natur Bereiche zu schaffen, die sich selbst überlassen werden. Dies geschah mit der Auszeichnung von Naturschutzgebieten.
Aus dem Wunsch heraus, große zusammenhängende Gebiete zu erschaffen, erstand 1970 der erste Nationalpark im Bayrischen Wald. In den Nationalparks versucht der Mensch, den unberührten Naturraum wieder herzustellen. Mit diesen ausgedehnten Schutzflächen, will man der Natur einen Rückzugsort geben und diese Unikate natürlicher Schönheit für die kommenden Generationen erhalten. Die Nationalparks werden meist in Gegenden ausgezeichnet, die entweder eine besondere ökologische Rolle spielen oder durch ihre natürliche Schönheit einzigartig sind und werden dadurch zum Ausflugsziel.
Jasmund auf Rügen im Norden, Berchtesgaden im Süden, dazwischen 13 weitere unterschiedlich große Nationalparks. Mit einer Gesamtfläche von 10.396 km2 stellen diese jedoch lediglich knappe 3% der deutschen Landfläche dar. Ohne die großen Flächen in Nord- und Ostsee schrumpft die Fläche auf winzige 0,57%. Wie viel Platz bleibt so der Natur um sich zu erholen und in ihren ursprünglichen Zustand zurück zu gelangen? Und wie viel Mensch verträgt die unberührte Natur in diesen Schutzgebieten? Gerade weil sie auch auf den Tourismus angewiesen sind. "Spekulationen auf Fremdenbesuche, widerwärtige, überlaute Anpreisungen landschaftlicher Reize und zu gleicher Zeit Zerstörung jeder Ursprünglichkeit, also gerade dessen, was die Natur zur Natur macht.“ (Ernst Rudorff - Heimatschutz). Das Konzept des nachhaltigen Tourismus versucht mit klaren Regeln, dem Naturschutz und dem Tourismus,  gleichermaßen gerecht zu werden.
Doch wie schön ist die Aussicht wirklich, bei z.B.: mehreren Millionen Besuchern pro Jahr. Wie verändert der Mensch als Wirtschaftsfaktor die letzten Rückzugsgebiete der Natur? Welche Auswirkungen hat dies auf die Landschaftsästhetik?
Nationalpark Schleswig Holsteinisches Wattenmeer
Nationalpark Sächsische Schweiz
Nationalpark Jasmund
Nationalpark Heinich
Nationalpark Berchtesgaden

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